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Marktsituation für selbstständige Videoproduzenten/Kameraleute/Cutter
Titel: Marktsituation für selbstständige Videoproduzenten/Kameraleute/Cutter
Autor: miscetc 
vom: Do 05 Jan, 2017 19:53  

Hallo,

Nach 10 Jahren in London habe ich mich entschieden zurück nach DL zu ziehen - Berlin, Hamburg, Großraum Frankfurt, Hannover, Freiburg, Stuttgart kommen alle in Frage (außer Köln und München). Ich habe mehrere Jahre Tätigkeit als Freelance-Videograf/Kameramann/Cutter per Showreel und Beispielvideos/filmen vorzuzeigen, einschließlich Kundenreferenzen, und habe auch einiges an Kit.

Leider bin ich mit der Branche in DL überhaupt nicht vertraut, da ich meine Freelance-Laufbahn hier in GB begonnen habe. Vor allem anfangs habe ich Aufträge per Bewerbung in den verschiedenen spezialisierten Joblistingseiten wie ProductionBase und Mandy an Land gezogen. Aber deutsche Äquivalente scheint es nicht viele zu geben, und das eine das ich kenne, crew-united, scheint eher spärlich, sowohl in Anzahl als auch in Bezahlung der geposteten Jobs.

Mir ist klar dass es kein Zentrum wie London gibt, wo der Großteil der Produktionsfirmen und Creative-Agenturen angesiedelt ist. Aber mich würde interessieren wie es arbeitsmässig aussieht z.B. im Vergleich zwischen Hamburg und Berlin. Hab schon mehrmals gehört dass es schwierig ist in Berlin Aufträge und Kunden zu gewinnen, es also zu viele Freelancer und zu wenig Auftraggeber gibt. Gleichzeitig weiß ich dass z.B. in einigen ländlichen Regionen in Bayern teilweise lächerlich hohe Honorare z.B. für Eventvideoproduktion gezahlt werden. Hat jemand diese Erfahrung gemacht?

Ganz klar führt kein Weg daran vorbei einfach den Sprung zu machen und mir eine neue Kundenbasis zu erarbeiten. Ich versuche nur soviel Info wie möglich im Voraus zu sammeln, um nicht irgendwo hinzuziehen wo der Start ziemlich schwierig wird oder gar versandet. Gibt es z.B. noch andere spezialisierte Portale wie crew-united wo für Freelance-Crew inseriert wird?

Danke im Voraus und Grüße,

Michael




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Titel: Re: Marktsituation für selbstständige Videoproduzenten/Kameraleute/Cutter
Autor: Pianist 
vom: Do 05 Jan, 2017 19:59  

Dazu mal eine Nachfrage: Siehst Du Dich denn eher als Dienstleister für andere, die sich um die inhaltliche Arbeit kümmern, oder sagt man Dir in drei Sätzen ein Thema, und Du machst den kompletten Film?

Wenn Letzteres der Fall ist, dann wäre es auf jeden Fall klug, die Kundschaft außerhalb der Medienbranche zu suchen. Also wenn Du Ahnung von Politikthemen hast, dann im Politikbereich, wenn Du Ahnung von Medizinthemen hast, dann im Medizinbereich, wenn Du Ahnung von Eisenbahn hast, dann im Eisenbahnbereich und so weiter. Wir haben hier einen Mitschreiber, der sich auf das Thema "landwirtschaftliche Nutzfahrzeuge" spezialisiert hat. Je genauer Du weißt, um welche Themen Du Dich kümmern möchtest, um so einfacher ist es eigentlich, an die Kundschaft zu kommen.

Es gibt natürlich viele Leute, die in diesem Bereich tätig sind, aber wenn man immer gute Qualität abliefert und immer zuverlässig ist, dann gewinnt man viele treue Auftraggeber.

Gegenfrage: Warum soll denn der Ortswechsel stattfinden? Brexit?

Matthias

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Titel: Re: Marktsituation für selbstständige Videoproduzenten/Kameraleute/Cutter
Autor: Drushba 
vom: Do 05 Jan, 2017 20:36  

Ich kenne es hierzulande eigentlich nur so, daß gelernte EB-Kameraleute gebucht werden. Hier wird meist nach einer Ausbildung gefragt, weil wir in Deutschland sind;-) Auch Kameraleute beim Film haben ihr Fach i.d.R studiert und kommen nicht über die Ochsentour rein. Als "Freelancer" im Bereich Videoproduktion arbeiten - soweit ich das übersehe - eigentlich nur ehemalige Filmhochschüler, die auf Hartz sind und sich so etwas dazuverdienen können oder Schüler/Jungmänner, die von den Eltern gepampert werden oder Leute die einen anderen Beruf haben und den Spaß nebenher betreiben. Zudem: Gefühlte 50% der 16-26jährigen machen "was mit Medien" oder eine Ausbildung zum Mediengestalter. Google doch mal auf "My-Hammer.de" die Begriffe "Kameramann", "Videoproducer" oder "Imagefilm". Ich tät daher zurück in Deutschland gänzlich was anderes machen oder mir einen festen Job in einer Werbefirma suchen.



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Titel: Re: Marktsituation für selbstständige Videoproduzenten/Kameraleute/Cutter
Autor: 7nic 
vom: Do 05 Jan, 2017 21:09  

Ist das wirklich so schlimm da draußen?
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Titel: Re: Marktsituation für selbstständige Videoproduzenten/Kameraleute/Cutter
Autor: klusterdegenerierung 
vom: Do 05 Jan, 2017 21:10  

7nic hat folgendes geschrieben:
Ist das wirklich so schlimm da draußen?


Schlimmer! :-)




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Titel: Re: Marktsituation für selbstständige Videoproduzenten/Kameraleute/Cutter
Autor: Pianist 
vom: Do 05 Jan, 2017 21:11  

Ich kann das auch nicht nachvollziehen... Ich habe immer gute Aufträge, schon seit 20 Jahren. Und alle meine Kunden wissen genau, warum sie gerne mit mir zusammenarbeiten.

Matthias

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Titel: Re: Marktsituation für selbstständige Videoproduzenten/Kameraleute/Cutter
Autor: klusterdegenerierung 
vom: Do 05 Jan, 2017 21:14  

Pianist hat folgendes geschrieben:
Ich kann das auch nicht nachvollziehen... Ich habe immer gute Aufträge, schon seit 20 Jahren. Und alle meine Kunden wissen genau, warum sie gerne mit mir zusammenarbeiten.

Matthias


Drushba übertreibt da doch etwas, oder hat viel negative Erfahrungen.
Da könnte sich mein Assi der jetzt nach Stuttgart zum studieren ist, besser sofort wieder exmatrikulieren. ;-)




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Titel: Re: Marktsituation für selbstständige Videoproduzenten/Kameraleute/Cutter
Autor: Frank Glencairn 
vom: Do 05 Jan, 2017 22:30  

7nic hat folgendes geschrieben:
Ist das wirklich so schlimm da draußen?


The film business is a dark cruel and shallow money trench, a long plastic hallway where thieves, hookers and pimps run free, and then ... There's also a negative side.




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Titel: Re: Marktsituation für selbstständige Videoproduzenten/Kameraleute/Cutter
Autor: domain 
vom: Do 05 Jan, 2017 22:52  

Pianist hat folgendes geschrieben:
Ich kann das auch nicht nachvollziehen... Ich habe immer gute Aufträge, schon seit 20 Jahren. Und alle meine Kunden wissen genau, warum sie gerne mit mir zusammenarbeiten.


Naja du hast ja auch einen berühmten Vater, Hagen von Ortloff.
Nach Reibereien mit deinem Vater bist du allerdings in den moderneren Sektor der DB eingestiegen, z.B. Dokumentationen und Mitfahrten mit den Hightech-Messzügen ;-)




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Titel: Re: Marktsituation für selbstständige Videoproduzenten/Kameraleute/Cutter
Autor: Drushba 
vom: Do 05 Jan, 2017 22:57  

klusterdegenerierung hat folgendes geschrieben:

Drushba übertreibt da doch etwas, oder hat viel negative Erfahrungen.
Da könnte sich mein Assi der jetzt nach Stuttgart zum studieren ist, besser sofort wieder exmatrikulieren. ;-)


Ich denke, wenn Dein Assi studiert, wird er hinterher gute Chancen haben. Meine Erfahrung ist ja eher, daß es einen professionellen Markt gibt, der aber weitgehend geschlossen ist und denen vorbehalten bleibt, die ihr Fach beim Sender, bei eingesessenen Produktionsbuden oder auf der Filmhochschule gelernt haben. Mein Zahnarzt z.B. klagt ständig darüber, daß sein Sohn als Mediengestalter kaum überleben kann und die Sender ihm nichts zahlen wollen. Da ich in einer teuren Wurzelbehandlung bin, antworte ich wahrheitsgemäß, daß er ja mein Geld, das ich vom Sender erhalte über seinen Vater ausgezahlt bekommt. Als ich meinen grummelnden Zahnarzt dann gefragt habe, was sein Sohn macht, hieß es fast schon flehend "alles". Und das kann es nicht sein. Wenn man als Filmemacher zu einem Sender geht, z.B. um einen Dokfilm anzubieten, dann stellt man sich zuvor auf dem Papier ein überzeugendes Team zusammen. Und das ist dann eben schon aus strategischen Gründen nicht der Sohn des Bekannten, sondern ein Cutter und ein Kameramann, der schon oft für den Sender gedreht hat, spezialisiert ist und eben gerade nicht "alles" macht.




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Titel: Re: Marktsituation für selbstständige Videoproduzenten/Kameraleute/Cutter
Autor: miscetc 
vom: Fr 06 Jan, 2017 00:14  

Pianist hat folgendes geschrieben:
Dazu mal eine Nachfrage: Siehst Du Dich denn eher als Dienstleister für andere, die sich um die inhaltliche Arbeit kümmern, oder sagt man Dir in drei Sätzen ein Thema, und Du machst den kompletten Film?


Hm, gute Frage. Eher ersteres. Ich habe Produktionsfirmen erwähnt, obwohl der Großteil meiner Kunden Firmen, Konzerne, Universitäten und diverse Organisationen sind die Corporate Videos, Promos, Trainingsfilme und Ähnliches (meist Talkingheads basiert) brauchen. Manchmal erstelle ich das Konzept mit, aber meist mache ich entweder den Dreh, Schnitt oder beides.

Pianist hat folgendes geschrieben:

Wenn Letzteres der Fall ist, dann wäre es auf jeden Fall klug, die Kundschaft außerhalb der Medienbranche zu suchen. Also wenn Du Ahnung von Politikthemen hast, dann im Politikbereich, wenn Du Ahnung von Medizinthemen hast, dann im Medizinbereich, wenn Du Ahnung von Eisenbahn hast, dann im Eisenbahnbereich und so weiter. Wir haben hier einen Mitschreiber, der sich auf das Thema "landwirtschaftliche Nutzfahrzeuge" spezialisiert hat. Je genauer Du weißt, um welche Themen Du Dich kümmern möchtest, um so einfacher ist es eigentlich, an die Kundschaft zu kommen.


Ja ein guter Teil meiner Kundschaft kommt von außerhalb der Medienbranche. Aber die Inhalte sind durchaus vielfältig. Ich meine um gute Filme zu erstellen braucht man ja auch selten spezielles Wissen über das jeweilige Thema, man muss es nur gut audiovisuell darstellen können und die Absicht des Kunden gut verstehen (Reportagen und Dokus sind natürlich was anderes, aber ich rede hier ja von der 1-Mann-Videoproduktion für Kurzinhalte). Spezialisierung in Nischen kann sicher bei der Auftragssuche hilfreich sein, obwohl ich mir Sorgen machen würde schnell in einer Nische festzustecken. Hätte nicht gedacht dass sich das eine Spezialisierung in der Videoproduktion auf "landwirtschaftliche Nutzfahrzeuge" lohnt, interessant!


Pianist hat folgendes geschrieben:

Gegenfrage: Warum soll denn der Ortswechsel stattfinden? Brexit?
Matthias


Mehr aus persönlichen Gründen - hatte nie vor für immer zu bleiben und hab hier keine Familie. London ist extrem teuer in Hinsicht auf Miete usw. Aber Brexit spielt auch ein Rolle, klar. Nicht wenige meiner Kunden haben ihren Unmut über Brexit schon zum Ausdruck gebracht :-)




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Titel: Re: Marktsituation für selbstständige Videoproduzenten/Kameraleute/Cutter
Autor: klusterdegenerierung 
vom: Fr 06 Jan, 2017 00:29  

Drushba hat folgendes geschrieben:
klusterdegenerierung hat folgendes geschrieben:

Drushba übertreibt da doch etwas, oder hat viel negative Erfahrungen.
Da könnte sich mein Assi der jetzt nach Stuttgart zum studieren ist, besser sofort wieder exmatrikulieren. ;-)


Ich denke, wenn Dein Assi studiert, wird er hinterher gute Chancen haben. Meine Erfahrung ist ja eher, daß es einen professionellen Markt gibt, der aber weitgehend geschlossen ist und denen vorbehalten bleibt, die ihr Fach beim Sender, bei eingesessenen Produktionsbuden oder auf der Filmhochschule gelernt haben. Mein Zahnarzt z.B. klagt ständig darüber, daß sein Sohn als Mediengestalter kaum überleben kann und die Sender ihm nichts zahlen wollen. Da ich in einer teuren Wurzelbehandlung bin, antworte ich wahrheitsgemäß, daß er ja mein Geld, das ich vom Sender erhalte über seinen Vater ausgezahlt bekommt. Als ich meinen grummelnden Zahnarzt dann gefragt habe, was sein Sohn macht, hieß es fast schon flehend "alles". Und das kann es nicht sein. Wenn man als Filmemacher zu einem Sender geht, z.B. um einen Dokfilm anzubieten, dann stellt man sich zuvor auf dem Papier ein überzeugendes Team zusammen. Und das ist dann eben schon aus strategischen Gründen nicht der Sohn des Bekannten, sondern ein Cutter und ein Kameramann, der schon oft für den Sender gedreht hat, spezialisiert ist und eben gerade nicht "alles" macht.


Ja da hast Du schon Recht. Er hat auch vorher schon für den WDR in Münster gejobt und das ist auch alles ein Club in den man schwer dazwischen kommt und die alten Männer dort kleben an ihrer EB als würd es um ihr leben gehen! Wenn dann so einer wie ich mit zb. ner gerigten DSLR um die Ecke kommt, haben die nur ein Müdes lächeln, aber 25 Jahre ohne Pause im 45° Winkel von der Schulter runter filmen ist besser! ;-))

Hatte vor kurzen einen Eventdreh mit dem VoxxClub und da kamen dann auch vielen Sänder mit ihren Trümmern und ich mit FS700 und a6300,
das die mich nicht einfach umgerannt haben war alles! Aber lustig wars!
Aber Zahnärzte haben hohe Erwartungen, wohlmöglich ist ihm noch garnicht auf gefallen, das sein Sohn schon CEO in dem Laden ist! :-)))




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Titel: Re: Marktsituation für selbstständige Videoproduzenten/Kameraleute/Cutter
Autor: Pianist 
vom: Fr 06 Jan, 2017 07:52  

domain hat folgendes geschrieben:
Naja du hast ja auch einen berühmten Vater, Hagen von Ortloff.
Nach Reibereien mit deinem Vater bist du allerdings in den moderneren Sektor der DB eingestiegen, z.B. Dokumentationen und Mitfahrten mit den Hightech-Messzügen ;-)

Sagen wir mal so: Meine Anfänge hatte ich tatsächlich bei einer damals unmittelbaren Konkurrenzsendung von "Eisenbahnromantik", aber das ist echt mehr als 20 Jahre her. Und schon damals habe ich gemerkt, dass meine Zukunft eher nicht bei den Dampfloks liegt... :-)

Als ich damals die Eisenbahnsendung moderiert habe, war ich übrigens so in der Phase vor dem Abitur / während des Abiturs / während des Zivildienstes / vor Beginn des Studiums. Ich hätte damals nicht gedacht, dass sich meine Entscheidung, Politikwissenschaft zu studieren, so doll lohnen würde. Das hat sich wirklich als goldrichtig erwiesen. Aber ohne die Aufträge aus dem Bereich Eisenbahn und Nahverkehr wäre ich nicht im Politikbereich gelandet, das kann ich ganz klar nachvollziehen.

klusterdegenerierung hat folgendes geschrieben:
Aber Zahnärzte haben hohe Erwartungen, wohlmöglich ist ihm noch garnicht auf gefallen, das sein Sohn schon CEO in dem Laden ist! :-)))

Denke mal dran, was hier unser Zahnarzt für schöne Filme macht. Es muss also nicht immer ein Filmstudium sein. Solche Leute sind dann eher gefrustet und empfinden es als Strafe, wenn sie einen Film über Keramik-Inlays machen sollen.

miscetc hat folgendes geschrieben:
Ich meine um gute Filme zu erstellen braucht man ja auch selten spezielles Wissen über das jeweilige Thema, man muss es nur gut audiovisuell darstellen können und die Absicht des Kunden gut verstehen (Reportagen und Dokus sind natürlich was anderes, aber ich rede hier ja von der 1-Mann-Videoproduktion für Kurzinhalte).

Und was ist, wenn der Auftraggeber einen Kurzbeitrag zum Thema "Personalisierte Therapieansätze für Patienten mit dem Merkmal ALK-negativ" haben möchte? Ich finde schon, dass man da ein wenig Hintergrundwissen haben muss...

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Zuletzt bearbeitet von Pianist am Fr 06 Jan, 2017 08:04, insgesamt einmal bearbeitet




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Titel: Re: Marktsituation für selbstständige Videoproduzenten/Kameraleute/Cutter
Autor: r.p.television 
vom: Fr 06 Jan, 2017 09:13  

Wer wirklich kreativ ist, einen charmanten Umgang mit den Kunden versteht und immer offen für die innovativen Neuerungen im Technikumfeld ist (denn Kunden lieben neue Technik) der kann sich nur selbst im Weg stehen.

Ich übe den Beruf als freischaffender "Filmemacher" seit 1995 aus. Anfangs zäh und ich habe nebenbei als Türsteher arbeiten müssen.
Aber seit 10 Jahren habe ich einen wachsenden, sehr treuen Kundenstamm und die monetäre Klammheit die man der Medienbranche zuordnet ist mir mittlerweile absolut fremd.
Die Fernsehlandschaft wohlgemerkt ist nur in Ausnahmefällen mein Steckenpferd - ich muss eine Familie ernähren ;-)

Die allgemeine Jammerei kann ich daher auch nicht wirklich verstehen. Der Anfang ist sicherlich schwer bis man sich seinen Markt erkämpft hat. Aber wer nach mehr als 10 Jahren immer noch jammert der sollte etwas anderes tun, denn scheinbar ist er nicht gut genug - sonst hätte irgendwer das vorhandene Talent und Knowhow monetarisiert.




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Antworten mit Zitat direkter Link zum Beitrag
Titel: Re: Marktsituation für selbstständige Videoproduzenten/Kameraleute/Cutter
Autor: Pianist 
vom: Fr 06 Jan, 2017 09:32  

r.p.television hat folgendes geschrieben:
Wer wirklich kreativ ist, einen charmanten Umgang mit den Kunden versteht und immer offen für die innovativen Neuerungen im Technikumfeld ist (denn Kunden lieben neue Technik) der kann sich nur selbst im Weg stehen.

Genau so ist es. Unter anderem auch deshalb fällt es mir relativ leicht, alle zehn Jahre eine richtig teure Kamera anzuschaffen, weil ich weiß, dass die Kunden das einfach gutfinden. Objektiv gesehen könnte ich mit einer C300 genau die gleichen Filme drehen wie mit der Amira, also gemessen am Bild, was hinten rauskommt. Man kann eben nur mit der kleinen Kamera (wenn man sie als Hauptkamera einsetzt) nicht so zügig arbeiten wie mit der großen, ohne sie extrem zu verbasteln. Und vor Ort sieht es eben schon ein wenig seltsam aus. Ganz abgesehen von den vielen Dingen, die sie im Vergleich zur Amira ohnehin nicht kann.

Gerade wenn man Auftraggeber hat, die im Prinzip von den technischen Details keine Ahnung haben, ist die Außenwirkung extrem wichtig. Darum habe ich diesmal in meine Weihnachtsmail (das ist der einzige Anlass, wo ich mich im Jahr mal an alle meine wichtigen Kontaktpersonen wende) ein Foto von mir an der Amira vor dem Weihnachtsbaum am Brandenburger Tor integriert. Verbunden mit einem kurzen Satz zur Kamera. Natürlich verfehlt das seine Wirkung nicht.

Und wenn vor Ort mal Leute, zu denen ich ein etwas persönlicheres Verhältnis habe, nach dem Preis fragen, dann erzähle ich das auch relativ freimütig. Denn dadurch erzeugt man ja auch das Gefühl bei den Leuten, dass das Geld, was sie für die Filme ausgeben, gut angelegt ist, weil die eingesetzte Technik eben auch entsprechend hochwertig ist.

Was ich allerdings vermeide, dass ich über Leute mit DSLR-Rig lästere. Wenn dazu mal Nachfragen kommen, dann übe ich mich immer in einer diplomatischen Antwort, die in etwa so lautet: "Man kann heute auch mit kleinen Kameras schon sehr gute Aufnahmen machen, aber man ist damit in vielen Situationen nicht so schnell und effizient, weil man zum Beispiel öfter mal ein Objektiv wechseln muss, viele Bedienhandlungen nur über mehrere Menüebenen gehen oder man viel Zubehör montieren muss, um die Kamera mal auf die Schulter zu nehmen". Ich denke mal, das ist die gesichtswahrende Formulierung, selbst wenn die anderen in Hörweite stehen. Neulich hatte ich genau so eine Situation, und der Fragensteller war auch noch relativ prominent...

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Antworten mit Zitat direkter Link zum Beitrag
Titel: Re: Marktsituation für selbstständige Videoproduzenten/Kameraleute/Cutter
Autor: 7nic 
vom: Fr 06 Jan, 2017 11:35  

Also wir werden uns davor hüten uns auf bestimmte Themenfelder zu spezialisieren. Auch wenn das evtl. ein höheres und sichereres Einkommen bedeuten würde. Aber das Schöne an unserer "Arbeit" ist doch die unendliche Vielfalt. Natürlich werden wir Bestandskunden niemals hängen lassen (vor allem wegen des freundschaftlichen Verhältnisses und aus Loyalität). Aber wenn ich die Wahl habe, nehme ich lieber das neue Themenfeld, die große Herausforderung. Also ich mache Filme, weil es mich erfüllt, um meinem Leben (neben meiner Familie) einen Sinn, ein Ziel zu geben. Um stetig besser zu werden, weiterzulernen und Erfahrungen zu sammeln. Und definitiv nicht, weil ich reich werden will. Und wenn dann ab und an etwas übrig bleibt und man sich dann eine neue Kamera, Drohne, Scheinwerfer oder wasweißich kaufen kann, dann bin ich glücklich. Dann freue ich mich umso mehr aufs nächste Projekt.

Gott klingt das pathetisch...

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Zuletzt bearbeitet von 7nic am Fr 06 Jan, 2017 11:38, insgesamt einmal bearbeitet




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Titel: Re: Marktsituation für selbstständige Videoproduzenten/Kameraleute/Cutter
Autor: Pianist 
vom: Fr 06 Jan, 2017 11:36  

Na am besten ist doch beides gleichzeitig... :-)

Matthias

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Titel: Re: Marktsituation für selbstständige Videoproduzenten/Kameraleute/Cutter
Autor: pixelschubser2006 
vom: Fr 06 Jan, 2017 19:05  

Hinsichtlich der EB-Mühlen muss man allerdings sagen daß der Formfaktor einfach sinnvoll ist. Es ist zwar etwas komisch, aber so einem schweren Dings auf der Schulter von Ergonomie zu sprechen, aber abseits vom hohen Gewicht macht das schon Sinn. Aber jeder Knopf sitzt, wo er hingehört, der Funkempfänger fest im Einschub, es gibt 4 Audiokanäle (ja, die werden auch genutzt!) und den richtigen Anschluss für´n SQN mit Hinterband. Ist also nicht verkehrt.

Qualität ist eine andere Sache. Es erübrigt sich jede Diskussion, wenn noch Regionalfenster in SD gesendet werden, über Bildqualität zu sprechen. Habe bei einem Studiofest mal mit einer jüngeren Kamerafrau eines ÖR-Senders gesprochen und war ziemlich platt, als ich hörte, daß auch 10,12 Jahre alte Kameras noch benutzt werden. Einfach weil der Workflow noch in SD sei. Also werden die alten Mühlen noch genutzt, bis sie auseinanderfliegen. Warum noch in SD gearbeitet wird in den Regionalfenstern erschließt sich mir nicht. Für mich hat´s den Vorteil, daß ich meine Kleinkram auf meiner billigen Sony drehen kann. Wenn auf HD umgestellt wird, dann muss ich vermutlich 4000 Euro für ne neue Kamera hinlegen. Ich schätze, bis es soweit ist, habe ich eh schon aus anderen Gründen was höherwertigeres. Sehe das also gelassen.

Wenn ich so das Geschehen verfolge, arbeiten private Produktionsfirmen auch im EB-Sektor immer mehr mit Canon C300 oder den diversen Sony FS. Daß mir die Bilder immer gefallen, kann ich aber pauschal nicht sagen. Der wilde Kameramix hat zur Folge, daß man bei Schnitten immer öfter deutliche Farbunterschiede sieht, bzw. das mit völlig unterschiedlichen Kameras gearbeitet wird. Die Qualität wird dadurch nicht gefördert.




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Antworten mit Zitat direkter Link zum Beitrag
Titel: Re: Marktsituation für selbstständige Videoproduzenten/Kameraleute/Cutter
Autor: Pianist 
vom: Fr 06 Jan, 2017 19:35  

pixelschubser2006 hat folgendes geschrieben:
Hinsichtlich der EB-Mühlen muss man allerdings sagen daß der Formfaktor einfach sinnvoll ist. Es ist zwar etwas komisch, aber so einem schweren Dings auf der Schulter von Ergonomie zu sprechen, aber abseits vom hohen Gewicht macht das schon Sinn.

Sogar das Gewicht ist sinnvoll, weil man sie dadurch sehr ruhig von der Schulter führen kann. Und eine gut ausbalancierte 11-Kilo-Amira lässt sich angenehmer bedienen als eine aufgeriggte 7-Kilo-FS7 oder C300, bei denen sich trotz des Zubehörs eben doch keine ganz optimale Arbeitsposition finden lässt. Und ich finde übrigens auch, dass in der Sucherqualität deutliche Unterschiede liegen.

Ich bin derzeit dabei, Probeaufnahmen zu erstellen, um die Amira mit der C300 zu matchen. Das wird auf jeden Fall funktionieren, und das Bild aus der C300 sieht wirklich hervorragend aus, aber ich weiß jetzt schon, dass ich lieber mit der Amira arbeite, auch wenn sie viel schwerer ist. Ich fühle mich einfach sauwohl mit dem Ding. Aber für ergänzende Aufnahmen wird mir die C300 sehr gute Dienste leisten.

Im Fernsehen schaue ich mir aber sehr gerne Sachen an, die mit C300 gedreht werden, zum Beispiel Mare TV im NDR oder Kesslers Expeditionen im rbb.

Matthias

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Titel: Re: Marktsituation für selbstständige Videoproduzenten/Kameraleute/Cutter
Autor: wolfgang 
vom: Sa 07 Jan, 2017 09:53  

Das ist hier mal eine recht interessante Diskussion! Ich meine schon dass das Etablieren einer eigenen Kundenbasis der wichtigste Punkt ist. Und für Neueinsteiger in einen Markt ist es sicherlich schwerer geworden ein eigenes Portfolio aufzubauen. Aber wenn man das schon aus London hat ist das sicher hilfreich, auch wenn das Etablieren in einem neuen Markt vermutlich eine Durststrecke bedeuten dürfte. Viel Glück dabei!
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Lieben Gruß,
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Titel: Re: Marktsituation für selbstständige Videoproduzenten/Kameraleute/Cutter
Autor: Pianist 
vom: Sa 07 Jan, 2017 10:07  

Vielleicht sollte Michael mal prüfen, ob er aus seiner Londoner Zeit Kontakte hat, die sich nach Deutschland übertragen lassen. Vielleicht gibt es ja Agenturen, die sowohl dort als auch in einer deutschen Metropole einen Sitz haben, so dass er da schon mal eine Basis hat.

Ansonsten muss man wohl aber sowieso mobil sein und seinen Aktionsradius nicht zu eng fassen, also Deutschland und Nachbarländer. Deshalb ist es ja für mich so wichtig, dass ich möglichst alles, was ich brauche, auch per Bahn transportieren kann, um die Autobahnkilometer zu reduzieren.

Matthias

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Titel: Re: Marktsituation für selbstständige Videoproduzenten/Kameraleute/Cutter
Autor: DenK 
vom: Sa 07 Jan, 2017 13:57  

München auszuschließen macht es natürlich nicht leichter. Hier sitzt die gesamte ProSiebenSat.1 Gruppe, Sky, RTL 2, der BR, Turner, und dazu noch große Firmen wie BMW oder Siemens, die gefühlt jeden Tag 20 Filme produzieren lassen. Und natürlich auch Arri. Dementsprechend mangelt es hier auch nicht an Kreativagenturen.



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Titel: Re: Marktsituation für selbstständige Videoproduzenten/Kameraleute/Cutter
Autor: Pianist 
vom: Sa 07 Jan, 2017 14:06  

Ja, das verstehe ich auch nicht, warum München nicht sein soll. Zumal das eine der Städte mit der höchsten Lebensqualität in Deutschland ist. Bei Köln verstehe ich es auch nicht, denn auch dort ist die Medienbranche sehr groß, und am Rhein ist es auch recht nett.

Wobei es eigentlich egal ist, wo man wohnt, so lange man eine gute Verkehrsanbindung hat, denn die Einsätze sind ja eh überall.

Matthias

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Titel: Re: Marktsituation für selbstständige Videoproduzenten/Kameraleute/Cutter
Autor: Jalue 
vom: So 08 Jan, 2017 13:11  

Zu den Portalen: DWDL oder Das Auge sind noch erwähnenswert und tatsächlich habe ich über diese viel belächelten Jobbörsen in Saure-Gurken Phasen den einen oder anderen Job bekommen. Vieles war unterbezahlt und echter Müll, schuf jedoch Kontakte, die sich lang und mittelfristig auszahlten, z.B. wenn ein Redakteur von einer Billig-Bude zu einem ‚seriösen Anbieter‘ wechselte und dann einen zuverlässigen Freien suchte. Irgendwann läuft’s zu 80 Prozent über Empfehlungen und genau das ist die Crux: Dein Geschäft muss wachsen, das kostet Zeit und Zeit ist Geld. Wenn du ohne Kontakte aus London hierherziehst, würde ich von mindestens einem Jahr ausgehen, bis die Sache langsam tragfähig ist, d.h. du musst genügend Rücklagen für diesen Zeitraum haben, bzw. damit rechnen, dir temporär einen Nebenjob zu suchen.

Zur Branche insgesamt: Bis vor drei Jahren sah es übel aus, aber im Moment, so zumindest mein subjektiver Eindruck, brummt das Geschäft, sogar in der ‚Irgendwas-mit-Medien-Hauptstadt‘ Berlin. Ob du Köln, München, Hamburg oder Berlin vorziehst, ist Geschmackssache. Allerdings sollte es schon eine dieser Metropolen sein, denn der Markt für Freie in der Fläche ist zwar vorhanden, allerdings i.d.R. fest in den Händen der Homeboys, da kommt man kaum rein, es sei denn über eine Festanstellung bei einem dieser Monopolisten.

Und machen wir uns nichts vor: Wirklich wohlhabend werden die wenigsten Freien, die Tragfähigkeitsgrenze liegt meiner Erfahrung nach bei mindestens 4.000 Umsatz pro Monat im Schnitt (!) Das musst du erst einmal zusammenfilmen, reicht aber letztlich gerade mal für einen bescheidenen, kleinbürgerlichen Lebensstandard, wobei Rücklagen gänzlich für Wartung/Aktualisierung des Equipments draufgehen. Wenn man es geschafft hat, lernt man ganz schnell neue „Freunde“ kennen: Die Sachbearbeiter im Finanzamt, die dir mit scharfem Blick auf die Progressionstabelle pickelharte Vorauszahlungen reindrücken, gerne auch ‚nachträglich angepasst‘. Ein guter Steuerberater ist daher mit das Erste, was du dir suchen solltest.

Last but not least: Versuche in die KSK (Künstlersozialkasse) zu kommen, sofern du die Voraussetzungen erfüllst. So zahlst du wenigstens bescheidene Beiträge in die Rentenkasse ein und reduziert die Kosten für die Krankenversicherung enorm.

Viel Glück!




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Titel: Re: Marktsituation für selbstständige Videoproduzenten/Kameraleute/Cutter
Autor: Pianist 
vom: Mo 09 Jan, 2017 08:16  

Jalue hat folgendes geschrieben:
Und machen wir uns nichts vor: Wirklich wohlhabend werden die wenigsten Freien, die Tragfähigkeitsgrenze liegt meiner Erfahrung nach bei mindestens 4.000 Umsatz pro Monat im Schnitt (!) Das musst du erst einmal zusammenfilmen, reicht aber letztlich gerade mal für einen bescheidenen, kleinbürgerlichen Lebensstandard, wobei Rücklagen gänzlich für Wartung/Aktualisierung des Equipments draufgehen.

Wir haben uns doch hier mal den Erkenntnisstand erarbeitet, dass der Tagessatz eines freiberuflichen Filmemachers bei etwa 800 bis 1.200 EUR liegen muss, und zwar erstaunlicherweise relativ unabhängig davon, wie teuer die von ihm verwendete Technik ist. Von daher sollten die 4.000 EUR eigentlich schon nach einer Woche im Sack sein, zumindest im Jahresdurchschnitt. Der Monat hat aber glücklicherweise nicht nur eine, sondern vier Wochen. Und an manchen Tagen arbeitet man vielleicht sogar zweischichtig. Von daher sollte der von Dir genannte Betrag eigentlich nach dem ersten Quartal schon drin sein.

Was allerdings Tatsache ist, das sind die großen Schwankungen im Jahresverlauf. Man sollte damit umgehen können, dass man vielleicht mal ein paar Wochen gar keine Rechnungen schreiben kann, weil lauter Projekte am Laufen sind, und dass die alle gleichzeitig fertig werden, und man dann in einem Monat ganz viele Rechnungen schreibt.

Gerade Einsteiger könnten meiner Meinung nach (bei verständnisvollen Auftraggebern) aber versuchen, eine Drittelung der Zahlung zu erreichen, manchmal wird sowas sogar von Seiten der Kunden angeboten. Dann wäre zum Beispiel das erste Drittel bei Auftragserteilung zu zahlen, das zweite Drittel nach Ende der Dreharbeiten oder nach Vorlage der ersten Schnittversion, und das letzte Drittel bei Projektende.

In der Praxis wird das jedoch daran scheitern, dass bei vielen Auftraggebern, der Bestellprozess so langsam ist, dass die Filme meistens schon fertig sind, wenn die Bestellung kommt. Darauf warten kann man aber auch nicht, weil die Veranstaltungen, auf denen gedreht oder der Film gar gezeigt werden soll, dann längst vorbei sind...

Von daher: Am wichtigsten ist es aus meiner Sicht, sich so früh wie möglich ein ausreichendes Kapitalpolster zuzulegen, um einen möglichst langen Zeitraum vorfinanzieren zu können. Im Laufe des Lebens sollte dieses Grundkapital dann so weit ansteigen, dass man damit dann auch die letzten (dann arbeitsfreien) Lebensjahre bestreiten kann, ohne sich zu sehr einschränken zu müssen.

Dabei rede ich jetzt wirklich von flüssigem Geld. Also alle anderen Dinge wie Wohnen usw. sollten dann schon anderweitig geregelt sein.

Ich schreibe das jetzt so ausführlich, weil diese ganzen Betrachtungen in den Tagessatz einfließen müssen.

Matthias

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Titel: Re: Marktsituation für selbstständige Videoproduzenten/Kameraleute/Cutter
Autor: domain 
vom: Mo 09 Jan, 2017 16:22  

Dankenswerter Weise sehr wertvolle Hinweise aus der Praxis.
Habe einige gescheiterte Existenzen, trotz Impetus und Wollen kennengelernt. Aber das reicht eben nicht.
Für ganz wesentlich halte ich persönliche und gepflegte intellektuelle Kontake.
Lt. Wissenschaft kommen 80% der Aufträge nicht (nur) über fachliche Kompetenz zustande, sonden über emotionale Beziehungen zu den Auftraggebern.




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Titel: Re: Marktsituation für selbstständige Videoproduzenten/Kameraleute/Cutter
Autor: Jalue 
vom: Di 10 Jan, 2017 00:38  

@Pianist
Als ihr euch den Kenntnisstand erarbeitet habt (800-1.200 Tagesgage), war ich wohl leider abwesend. Sicher wäre das angemessen, doch zumindest hier in Berlin, wo du schon für ca. 700 Euro ein EB-Team schießen kannst, ist das schlichtweg unrealistisch, zumindest wenn man wie der TO neu in der Stadt ist. Mit mehr als 400/Tag (Netto plus Auslagen) würde ich an seiner Stelle besser nicht rechnen.

Selbst dann sind 4.000 Umsatz/Monat in der Theorie natürlich kein Hexenwerk. Praktisch auch nicht, wenn man sich seine 4-5 regelmäßigen, Kunden erarbeitet hat, aber wer hat das schon nach einem Quartal? Bei all der Konkurrenz hier hätte der TO dann mit Fug und Recht den Titel „Vertriebsgenie 2017“ verdient und da kommt @domains völlig korrekte Anmerkung ins Spiel:

Persönliche und gepflegte Kontakte (das ‚intellektuell‘ halte ich für zweitrangig) bringen die Butter aufs Brot, aber die entstehen nicht über Nacht, auch nicht nach ein paar Wochen. Viele Monate und Jahre treffen es eher, aber das dürfte in London kaum anders sein.




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Titel: Re: Marktsituation für selbstständige Videoproduzenten/Kameraleute/Cutter
Autor: Drushba 
vom: Di 10 Jan, 2017 01:18  

Pianist hat folgendes geschrieben:

Von daher: Am wichtigsten ist es aus meiner Sicht, sich so früh wie möglich ein ausreichendes Kapitalpolster zuzulegen, um einen möglichst langen Zeitraum vorfinanzieren zu können. Im Laufe des Lebens sollte dieses Grundkapital dann so weit ansteigen, dass man damit dann auch die letzten (dann arbeitsfreien) Lebensjahre bestreiten kann, ohne sich zu sehr einschränken zu müssen.

Dabei rede ich jetzt wirklich von flüssigem Geld. Also alle anderen Dinge wie Wohnen usw. sollten dann schon anderweitig geregelt sein.

Matthias


Ich denke, das ist schon die richtige Strategie für Filmer: Schnellstmöglich vermögend werden, damit man allgemein wesentlich weniger Probleme hat. Viele kommen da einfach nicht drauf, obwohl es doch so naheliegend ist ;-)




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Titel: Re: Marktsituation für selbstständige Videoproduzenten/Kameraleute/Cutter
Autor: Jalue 
vom: Di 10 Jan, 2017 01:42  

You made my day ;-) Aber Scherz beiseite, ich schätze die Beiträge von Pianist sehr, man merkt, dass er aus gelebter Erfahrung schreibt. Ich bin mir sicher, er ist Profi und hat sich zurecht einen soliden, solventen Kundenstamm erarbeitet. Allerdings ist die Branchenrealität vielschichtig und hier werden ständig Äpfel mit Birnen verglichen.

Der etablierte Corporate Video-Produzent misst sich mit dem TV-Veejay, der wiederum verständnislos auf Onlinevideomacher herabschaut, die wiederum nicht die Bohne kapieren, worüber Leute aus dem szenischen Bereich reden, während jemand wie der TO, der von außen kommt, wahrscheinlich nur verwirrt den Kopf schüttelt. Vielleicht einzige Lösung, um das Chaos zu entflechten: Ein Unterforum ‚Business‘ bei Slashcam, ggf. mit Unterrubriken. DVinfo hat sowas schon lange, Slashcam sperrt sich for any reason, obwohl der Bedarf offenkundig ist.




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Titel: Re: Marktsituation für selbstständige Videoproduzenten/Kameraleute/Cutter
Autor: pixelschubser2006 
vom: Di 10 Jan, 2017 07:42  

Das ist sicherlich nicht verkehrt, doch was soll es in diesem Zusammenhang bringen? Was wirklich hilft, ist eine differenzierte Betrachtung und die ständige Reflektion, daß die eigene Erfahrung nicht immer auf andere übertragbar ist.

Ich habe immer mal wieder heftige Debatten mit einem Freund von mir. Der hat beruflich umgeschwenkt, hat seine Autowerkstatt dichtgemacht und arbeitet nun als Kfz-Sachverständiger. Ziemlich erfolgreich. Sei ihm auch gegönnt. Allerdings ist es wesentlich einfacher, Kunden und Aufträge zu akquierieren, wenn man Geschäftspartnern 30% oder noch mehr Geld für die gleiche Arbeit verschafft, ohne ihn überhaupt was zu kosten. Das ist auch eine super Sache, denn das Geld steht denen ja zu. Nur: Sowas ist nicht einfach auf andere Branchen zu übertragen. Diese Konstellation ist ziemlich einzigartig. Und selbst für meinen Kumpel war es am Anfang mit harter Arbeit verbunden, Kunden und Partner zu überzeugen. Er versteht nicht, daß nicht grundsätzlich alles möglich ist. Er glaubt nun, alles sei mit harter Arbeit und der richtigen Idee zu wuppen. Absolut jeder Wettbewerber sei zu knacken. So eine Betrachtung ist weltfremd. Erfolgsgeschichten kann man nicht kopieren. Auch wenn es natürlich viele Basics gibt, die für jede Branche gelten und die auch in unserem Metier oft gnadenlos vernachlässigt werden.

Im Film- und TV-Sektor sind die Tageshonorare auch sehr unterschiedlich, und das auch zu Recht. Wo sie wirklich liegen, kann ich nur für einen Teilbereich überblicken, nämlich für den Sender, den ich ab und zu beliefere. Verdi hat speziell für den WDR Tariflisten veröffentlicht, die jeder einsehen kann. Ich vermute mal, daß andere ÖR unter Anpassung einer gewissen "Ortszulage" ähnliche Honorare bezahlen.

Ich kann mir vorstellen, daß für Filmproduktion weitaus mehr gezahlt wird. Macht ja auch Sinn: Den Job eines Toningenieurs am Filmset kann man auch nicht wirklich mit dem eines EB-Assis vergleichen, der eine Tonangel hält. Zwar gibt es da auch Leute, die richtig qualifiziert sind, aber auch Menschen wie mich, die zwar eine ganz passende Vorbildung haben, aber aus künstlerischer Sicht keine blassen Schimmer von Musik haben und auch noch nie in einem Tonstudio saßen. Mit EB-Tonkram werde ich fertig, aber am Filmset wäre ich hoffnungslos überfordert. Wer das wiederum kann, muss auch angemessen bezahlt werden.

Daß die TV-Honorare zu niedrig sind, speziell für die Assi-Jobs, steht außer Frage. Davon kann niemand leben. Ich kann aber auch nicht beurteilen, wie das woanders läuft. Und das sollten wir uns immer vor Augen halten: Immer bedenken, daß wir trotz Branchenkenntnis immer nur einen kleinen Teil der Szene wirklich beurteilen können.




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Titel: Re: Marktsituation für selbstständige Videoproduzenten/Kameraleute/Cutter
Autor: Pianist 
vom: Di 10 Jan, 2017 07:59  

Jalue hat folgendes geschrieben:
Sicher wäre das angemessen, doch zumindest hier in Berlin, wo du schon für ca. 700 Euro ein EB-Team schießen kannst, ist das schlichtweg unrealistisch, zumindest wenn man wie der TO neu in der Stadt ist.

Das sind dann aber Leute, die einfach nur drehen, und zwar auf Anweisung. Die müssen keine Ahnung von den Themen haben, die müssen keine Kontakte pflegen, sondern die geben dem Reporter/Autor/Redakteur die P2-Karte oder die XDCAM-Cartridge ab und fahren zum nächsten Auftrag. Denen muss also stets eine inhaltlich verantwortliche Person zur Seite gestellt werden, und wenn wir dafür mal 400 EUR am Tag ansetzen, dann sind wir wieder in dem von mir zuvor genannten Bereich.

Ich gehe ja immer vom Berufsbild des "Filmemachers" aus, der alles abdeckt und komplett fertige Werke liefert. Der archiviert sein Material auch für alle Ewigkeit und ist in der Lage, auch nach zehn Jahren einen Absatz in einem Film zu ändern, wenn es gewünscht wird.

Von daher kann ich wirklich immer nur wärmstens empfehlen, sein Glück nicht beim Fernsehen zu suchen... (je weniger Leute dort Schlange stehen, um so besser übrigens für die, die dort tatsächlich arbeiten wollen, weil sie lieber rein journalistisch als werblich arbeiten wollen)

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Titel: Re: Marktsituation für selbstständige Videoproduzenten/Kameraleute/Cutter
Autor: Jalue 
vom: Mi 11 Jan, 2017 01:16  

Matthias, was journalistische Veejays betrifft, liegst du mit Verlaub falsch. Von denen wird verlangt, dass sie Autor, Kameramensch, Tonassi und Cutter in persona sind und dabei deutlich günstiger als die klassische 4-Mann Combo. Inzwischen werden auch immer mehr Zusatzqualis abgefordert, trotzdem bleibt’s bei 400/Tag, 800 oder gar 1.200 legt da keiner hin.

Allerdings muss der durchschnittliche Veejay auch nicht die neue E-Klasse und eine Varicam abstottern, die der Konzernkunde von ihm erwartet. Auch hat er oft nicht das vertiefte Know How und jene Softskills, die Tageshonorare um 1000 Euro mitbegründen. Kein Head of PR will auf der Jahreshauptversammlung Wollmütze und Schlabberhose hinter der eingekauften Kamera sehen - oder das auch nur extra klarstellen müssen …

Mithin der oben durchdeklinierte Äpfel-mit-Birnen-Vergleich und wo der TO sich hier einordnen sollte, kann er nur selber wissen. Gleich vom Best Case auszugehen, halte ich jedoch für „sportlich“.




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Titel: Re: Marktsituation für selbstständige Videoproduzenten/Kameraleute/Cutter
Autor: Pianist 
vom: Mi 11 Jan, 2017 07:25  

Jalue hat folgendes geschrieben:
Matthias, was journalistische Veejays betrifft, liegst du mit Verlaub falsch.

Von denen habe ich ja auch zu keinem Zeitpunkt geredet, das sollte eigentlich aus meinen Sätzen klar hervorgegangen sein. Wer schlau ist, sucht sich seine Auftraggeber außerhalb der Medienbranche.

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Titel: Re: Marktsituation für selbstständige Videoproduzenten/Kameraleute/Cutter
Autor: Jalue 
vom: Do 12 Jan, 2017 01:37  

Nö, aber zumindest hast du dich unklar ausgedrückt. Bei allem Respekt, vielleicht bist du auch bereit zu konzedieren, dass es da draußen noch eine andere Welt gibt. Ich habe selber Corporate für Konzerne produziert. Da wächst du rein, es läuft über Empfehlungen, das akquirierst du nicht: Schon gar nicht in einem Quartal.



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Titel: Re: Marktsituation für selbstständige Videoproduzenten/Kameraleute/Cutter
Autor: Pianist 
vom: Do 12 Jan, 2017 07:59  

Aber genau diesen Umstand haben wir doch hier schon unzählige Male durchgenommen. Es nützt nichts, sich eine Kamera zu kaufen und einen Schnittplatz einzurichten, und dann zu sagen: "Hey, Welt - ich bin jetzt da, nun gebt mir Aufträge". Ich kenne mehrere Leute, die das Mitte der 90er Jahre versucht haben, und die sind schon laaaaaange pleite.

Kontakte sind wichtiger als Kameras. Und woher bekommt man Kontakte? Zum Beispiel durch ein Hochschulstudium. Oder durch gesellschaftliches Engagement. Oder durch lokale und regionale journalistische Tätigkeit.

Da sind der Kreativität keine Grenzen gesetzt. Jeder muss seinen eigenen Weg finden. Patentrezepte gibt es nicht. Nur eins kann man wohl sagen: Man muss perfekt mit Menschen umgehen können. Wer seinen Weg nicht findet, ist ohnehin für die Medienbranche ungeeignet...

Matthias

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